Roswitha Rief setzt sich für andere ein

Sie kann nicht gut sprechen. Trotzdem ist Roswitha Rief Tiroler Gesamtsprecherin für den Bereich Wohnen. Denn wie man kommuniziert und wie man etwas erreicht, das beherrscht die Außerfernerin im Effeff.
Einer ihrer Mitbewohner benützt so wie sie einen Rollstuhl, um mobil zu sein. Wenn sie am Wochenende einen Freund besuchen wollen oder etwas zu erledigen haben, dann klappt das Dank eines Busses mit Rollstuhlrampe perfekt. Unter der Woche stand sie bis vor kurzem nicht zur Verfügung – was den Weg vom Wohnhaus in die Arbeit beschwerlich gestaltete. Roswitha Rief machte Nägel mit Köpfen: In einem Gespräch informierte sie den Regionalleiter über den organisatorischen, blinden Fleck. Der war dann durch ein paar logistische Veränderungen rasch behoben. Seither erleichtert eine Rollstuhlrampe auch unter der Woche den täglichen Arbeitsweg der beiden.

Beteiligung groß geschrieben

Sprecherinnen und Sprecher vertreten die Interessen anderer Personen an einem Standort, in einer Region oder für ganz Tirol. Damit sie diese Anliegen gut vertreten können, haben sie das Recht auf Information: Wenn eine neue Assistentin gesucht wird. Wieviel Geld am Arbeitsstandort erwirtschaftet wird. Wofür das Geld im Wohnhaus ausgegeben wird. Ob neue Wohnformen geplant sind. Die Einrichtungs-Leitung bespricht mit den Sprecherinnen und Sprechern alle Veränderungen, die anstehen. Selbstredend werden dabei Leichte Sprache, Piktogramme oder andere Hilfsmittel verwendet.

Genau geregelt

Sprecherinnen und Sprecher werden um ihre Meinung gefragt und gestalten so Entscheidungen mit – wie etwa der Arbeitsplatz verbessert werden kann. Darüber hinaus haben sie das Recht auf gleichberechtigte Mitbestimmung. Vertrauenspersonen unterstützen Sprecherinnen und Sprecher objektiv und fungieren als Sprachrohr. So wie Alexander Rud bei Roswitha Rief.

Damit die Informationen, Vorschläge und Wünsche dort ankommen wo sie hingehören gibt es fix vorgesehene Treffen: So tauscht sich u.a. der Geschäftsführer vier Mal im Jahr mit den beiden Gesamtsprecherinnen aus bzw. die Regionalleitungen ebenso oft mit den Regionalsprecherinnen und –sprechern.