Imst Aupark und Ötztaler Höhe – zwei Arbeitsstandorte mit neuen Schwerpunkten.
Nach mehr als drei Jahrzehnten am Standort Ötztal Bahnhof hat die Lebenshilfe Tirol zum Jahresende 2025 einen wichtigen Entwicklungsschritt vollzogen. Die bisherige große Einrichtung wurde in zwei kleinere Arbeitsstandorte übersiedelt: nach Imst (Aupark) und an die Ötztaler Höhe.
Damit setzt die Lebenshilfe Tirol sowohl die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention als auch die Vorgaben des Tiroler Teilhabegesetzes (TTHG) konsequent um. Letzteres sieht eine maximale Größe von 15 Klient:innen pro Standort vor.
„Die Übersiedlung in zwei kleinere Standorte ist ein konsequenter Schritt, um echte Teilhabe zu ermöglichen. Kleine Strukturen schaffen Nähe, Sichtbarkeit und individuelle Entwicklung. Menschen mit Behinderungen sollen mittendrin tätig sein können“, so Gernot Wörle, Regionalleiter für die Region Imst und Innsbruck Land West.
Der Standort „Arbeit Ötztaler Höhe” richtet sich an Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf. Hier stehen intensive Begleitung und strukturierte Arbeitsabläufe im Vordergrund. Die langjährige Kooperation mit dem Paketdienstleister Lechlog bildet die Grundlage für erste Arbeitsaufträge, die Stabilität und Verlässlichkeit bieten. Das Angebot wird durch eigene Bildungs- und Schulungsräume ergänzt, in denen Klient:innen ihre Kompetenzen weiterentwickeln können. Dies ist ein wichtiger Baustein, um individuelle Fähigkeiten zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen.
Ganz anders präsentiert sich der Standort „Arbeit Imst Aupark”, der einen starken Fokus auf die Sozialraumorientierung legt. Die Nähe zu zahlreichen Betrieben im Aupark und im umliegenden Gewerbegebiet eröffnet vielfältige Arbeitsmöglichkeiten, die nun Schritt für Schritt aufgebaut werden. Dazu gehören beispielsweise die Grünpflege und Hausmeistertätigkeiten rund um den Aupark sowie Auftragsarbeiten. Durch die direkte Einbindung in das Arbeitsleben in der nahen Umgebung entstehen natürliche Begegnungen, neue Lernfelder und die Chance, in Betriebe hineinzuschnuppern oder praktische Erfahrungen zu sammeln.
„Mit den neuen Standorten beginnen wir jetzt bewusst damit, den Sozialraum zu erkunden und Kooperationen mit Firmen aufzubauen. Schon jetzt zeigen sich interessante Begegnung und Entwicklung. Die Klient:innen entdecken neue Interessen, übernehmen vielfältige Aufgaben und bekommen mehr Raum für ihre Selbstverwirklichung und Teilhabe an der Gesellschaft. Genau das ist der Weg, den wir gehen wollen“, so Alexander Gasteiger, der beide Standorte leitet.
Die bestehenden Wohnangebote bleiben weiterhin am Standort Ötztal Bahnhof. Für den ehemaligen Arbeitsstandort in Ötztal Bahnhof werden seitens der Lebenshilfe in Abstimmung mit der Gemeinde mögliche Zukunftsszenarien geprüft. Die Überlegungen gehen derzeit in Richtung „Soziales Wohnen“, um auch den Klient:innen der Lebenshilfe künftig eine zeitgemäße und barrierefreie Umgebung bieten zu können.
Foto: Lebenshilfe Tirol / Gasteiger
Bildunterschrift: Stefan Zajak übernimmt am neuen Standort Ötztaler Höhe bereits erste Aufgaben am Paketpoint von Lechlog sowie am Computer.