„Wenn es schmerzhaft wird, sind wir besonders gefragt“, weiß Beate Weberndorfer. Sie begleitet Menschen im Wohnalltag und setzt sich dafür ein, dass sie bis zum Lebensende im vertrauten Umfeld bleiben können.

Sehnsüchte erkennen

Beate Weberndorfer spürt auch ohne Worte, was Menschen brauchen. Wenn sich jemand gern beschäftigt und seine Kräfte nachlassen, gibt sie ihm einen Wollknäuel zum Aufwickeln. Wenn jemand seine Geschwister noch einmal sehen will, organisiert sie eine versöhnliche Begegnung. „Für meinen Onkel hat sie Ausflüge organisiert, weil er Unternehmungen liebte. Und sie ging mit ihm zum Friedhof, wo er eine Kerze für seine Mutter anzünden konnte“, berichtet eine Angehörige.  Als sich dessen Gesundheitszustand verschlechterte, ermöglichte Beate Weberndorfer ihm den Verbleib im Wohnhaus . Sie organisierte Hilfsmittel, die notwendige Pflege und half den Antrag fürs Pflegegeld. „Beate hat uns supertoll begleitet und war immer für uns da“, erinnert sich die Nichte. „Sie ist sehr gut auf ihn eingegangen. Das hat er genossen.“ Es gab heitere letzte Begegnungen, die es den Verwandten „leicht gemacht haben, Abschied zu nehmen“.

„Da war mir schon klar, dass wir gemeinsam gut hingeschaut haben“, sagt Beate Weberndorfer. „Wir haben das ermöglicht, wonach er sich im Innersten gesehnt hat.“ Wenn sie Menschen solche oder auch kleinere Wünsche erfüllen kann, ist sie selbst glücklich. „Das sind Momente, in denen ich weiß, ich hab‘ den richtigen Beruf gewählt.“

Ganz für Menschen da sein

Die Pädagogin hat schon viele ältere Menschen begleitet und sich daher in Palliative-Care weitergebildet. „Palliativ kommt vom Lateinischen und heißt ummantelnd“, erklärt sie. „Das bedeutet für uns, einfach für den Menschen da zu sein.“

Erfahrung aller nutzen

Diese gemeinsamen Erfahrungen bestärken auch ihre Kolleg/innen. „Es ist uns gemeinsam gelungen, den Mann wirklich gut zu begleiten. Das hat uns allen die Angst vor der Sterbebegleitung genommen“, bestätigt ihre Chefin Verena Schnaller, die Leiterin des Wohnhauses Kematen. Sie unterstützt die Weiterbildungen der Kollegin und setzt sich dafür ein „dass wir die Kenntnisse von Beate für die ganze Lebenshilfe nutzen.“

Eine Frau im Rollstuhl misst den Blutdruck. Eine Assistentin blick sie an und hält ihr die Hand.

Das sieht auch Gernot Wörle, Regionalleiter Lebenshilfe Imst/Telfs, so „Initiativen von Mitarbeiter/innen bringen die Lebenshilfe weiter. Darum haben wir Beate Weberndorfer vor drei Jahren in ihrer Weiterbildung unterstützt.“

Ängste ablegen

Heute besucht Beate Weberndorfer Lebenshilfeteams im ganzen Land. Sie spricht offen über Herausforderungen, erklärt, wie man Beteiligten einbindet und wo man sich Hilfe holen kann. „Sie hat uns geholfen, Horrorszenarien in den Köpfen abzubauen“, berichtet ihr Kollege Markus Weiler.