Psychosoziale und sozialpsychiatrische Versorgung in Tirol – wohin?
Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen haben in ihrem Alltag – gerade auch während der Corona-Pandemie – viele schlechte Erfahrungen gemacht. So werden sie beispielsweise oft nicht respektiert und akzeptiert. Eine Folge daraus ist, dass sie öfter in ihrer Wohnung bleiben, weil sie sich dort zurückziehen können. Deshalb ist wichtig, wo sie wohnen. Menschen mit Beeinträchtigungen brauchen helle, leise und vor allem leistbare Wohnungen. Zudem brauchen sie öfters Unterstützung beim Hinausgehen. Mit einer psychischen Erkrankung ist vieles schwieriger und kostet oft sehr viel Kraft und Energie. Hinzu kommen Ängste, die dazu führen, dass sie sich nicht auf die Straße trauen oder Hemmungen haben irgendwo anzurufen oder mit anderen zu sprechen.
Um die Situation nachhaltig zu verbessern, hat der Tiroler Monitoringausschuss 12 dringende Empfehlungen ausgesprochen.
- Barrieren abschaffen – Bewusstsein schaffen.
- Gesundheitsfördernde Wohnsituationen schaffen.
- Ausbau von gemeindenahmen Hilfs- und Unterstützungsangeboten.
- Information und Zusammenarbeit aller Akteurinnen.
- Förderung von Unterstützungsstrukturen in Sinne der UN-BRK -Deinstitutionalisierungsstrategien.
- Die medizinische Behandlung muss neue Wege gehen – soziales Modell, Recovery Konzept, Selbstermächtigung/Selbstbestimmung, …
- Ausbau, gesetzliche und faktische Verankerung sowie Anerkennung von Peerarbeit.
- Ausbau von Mitspracherechten für und Respekt gegenüber Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
- Einführung eines professionellen Entlassungsmanagements mit gesicherter Nachsorge.
- Arbeit für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.
- Angemessene Vorkehrungen bei Mehrfachdiagnosen.
- Beachtung der Situation von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen
Weitere Infos
Den ausführlichen Bericht inklusiver aller Empfehlungen gibt es hier zum Download
Download Bericht Tiroler Monitoringausschuss