Zivis erkennen, was Menschen brauchen

Andreas Krimbacher und Florian Gratt sind zwei aufmerksame junge Männer. Als eine Frau mit Behinderung erwähnt, dass sie ihr Zimmer verändern möchte, nehmen die beiden Zivildiener die Sache in die Hand und malen bei ihr aus. „Die beiden haben ein gutes Gespür für Menschen“, schätzt Astrid Stöckl von der Lebenshilfe die unbeschwerte Herangehensweise der beiden. Sie und die anderen Arbeitskolleginnen und Kollegen sind offen für die Vorschläge von Zivildienern.

Ursprünglich wollte Andreas Krimbacher seinen Zivildienst im Seniorenheim machen, doch seine Freundinnen und Freunde rieten ihm zur Lebenshilfe. „Bei den Fahrdiensten kommt man herum und lernt viele verschiedene Leute kennen, die aus ihrem Leben erzählen. Da gibt’s jeden Tag etwas Neues“, berichtet der Kitzbüheler. Vor allem schätzt der gelernte Bürokaufmann das „brutal gute Arbeitsklima. Hier schaut man aufeinander und interessiert sich, wie es dir geht.“ Nach seinem neunmonatigen Zivildienst will sich der Trompeter wieder der Musik widmen und Lehrer werden. Die Erfahrungen aus der Zeit bei der Lebenshilfe kann er dabei nutzen: „Ich werde sicher künftig schneller erkennen, wenn jemand Unterstützung braucht und mich auch trauen, die Person anzusprechen.“

Zusammenkommen & Zusammenbringen

Für seinen Kollegen Florian Gratt aus St. Johann war schon bei der Musterung klar, dass er sich für einen Sozialeinsatz bei Menschen mit Behinderungen interessiert. Die poppige Werbung auf den Lebenshilfe-Bussen gab dann den Ausschlag, sich dort zu melden. „Am ersten Tag habe ich Sicherheitsabstand gehalten und nicht gewusst, wie ich die Leute einschätzen soll“, erinnert sich Florian Gratt. „Aber sie haben mich alle sehr offen aufgenommen. Heute gehe ich einigen schon ab, wenn ich ein paar Tage weg bin!“

„Wir erledigen hier mit den Leuten verschiedene Arbeiten für die Gemeinde oder arbeiten direkt in Betrieben mit. Das bringt die Leute zusammen!“, betont er.