Pippilotta Schulbuffet im Gymnasium Sillgasse begeistert
Die Lebenshilfe Tirol ist durch ihre Angebote für alle Tiroler/innen sichtbar – wie etwa im Pippilotta Schulbuffet im Gymnasium Sillgasse in Innsbruck. Wie nachhaltig die Menschen in der Organisation arbeiten, bestätigt die Gemeinwohlbilanz. Sie zeichnet die Lebenshilfe Tirol als „fortgeschritten“ aus.
Die Schlange von Schüler/innen im neuen Gymnasium Sillgasse ist lang. Buben und Mädchen stehen vor dem Buffet an. Dahinter sieben Mitarbeiter/innen der Lebenshilfe Tirol. Sie haben köstliche und gesunde Angebote vorbereitet. Laugenstangerl, Karotten-Apel-Saft, Joghurt im Glas, knackigen Salat im Glas oder auch frische Cookies. „Mittlerweile wissen wir, was die Schülerinnen und Schüler lieben“, sagt Teamleiterin Nadja Geisler. Gemeinsam mit drei Assistent/innen begleitet sie die Mitarbeiter/innen. Verena Köll ist eine von ihnen. Sie mag es, Kaffee oder Brote zuzubereiten. Auch das Kassieren „taugt mir voll“, schmunzelt die junge Frau, die eine fünfjährige Lehre absolviert.
„Wir sind hellauf begeistert“, sagt eine Lehrerin, die Schüler/innen stimmen ihr lautstark zu. Alle Produkte werden frisch gemacht, sind regional, saisonal und soweit möglich biologisch. „Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen an einer so zentralen Stelle wie dem Schulbuffet bereichert unseren Schulalltag und wird zur Selbstverständlichkeit“, fasst es Direktor Harald Pittl zusammen. Er hat sich von Beginn an die Lebenshilfe als Partnerin gewünscht. „Mich freut es sehr, dass das Projekt über die Kooperation für die täglichen Versorgung hinausgeht.“ So nehmen etwa die Klient/innen der Lebenshilfe in den ersten Klassen mit der professionellen Unterstützung von Teamleiterin Nadja Geisler aktiv am Unterricht teil. Sie gestalten als Expert/innen regelmäßig einen Vormittag zum Thema gesunde Ernährung.
Der Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol Georg Willeit freut sich über den Erfolg: „Projekte wie das Schulbuffet, den Mittagstisch oder die Workshops zu gesunder Ernährung, die Klient/innen den Schüler/innen im Gymnasium Sillgasse anbieten, sind für die Lebenshilfe enorm wichtig: Sie ermöglichen alltäglichen Kontakt, Menschen mit Behinderungen arbeiten, wo andere arbeiten und lernen.“
Das Pippilotta-Schulbuffet im Gymnasium Sillgasse ist eines von mehreren Projekten der Lebenshilfe Tirol. In ganz Tirol gibt es Cafés, Läden, Orte der Begegnung der Lebenshilfe, wo man einkaufen, essen, genießen und auch lernen kann. „Hier teilen Menschen mit Behinderungen ihr Know-how mit den Menschen in Tirol. So gelingen Miteinander und Inklusion“, sagt Georg Willeit.
Lebenshilfe als Menschenrechtsorganisation
Damit spricht Georg Willeit den Wert der Lebenshilfe als nachhaltige Organisation an, die sich immer stärker als Menschenrechtsorganisation in der Gesellschaft verankert. Um die gelebten Werte auch von außen beurteilen zu lassen, unterzog sich die Lebenshilfe Tirol einem langen und komplexen Bewertungsprozess, der Gemeinwohlbilanz. In unterschiedlichen Bereichen war die Lebenshilfe Tirol aufgefordert, zu berichten. Im Gemeinwohlbericht sind daraus sechs Kapitel entstanden. Themen wie Menschenwürde am Arbeitsplatz oder ethische Kunden-beziehungen werden ebenso untersucht wie die Haltung und der Umgang mit Geldmitteln oder die gesellschaftliche Wirkung der Lebenshilfe Tirol.
Die Sorge um das Gemeinwohl ist ein alltäglicher Akt, der mittlerweile zur Identität der Lebenshilfe gehört, davon ist Georg Willeit überzeugt. „Die Gemeinwohlbilanz zeigt Entwicklungspotenziale und gibt uns wichtige Impulse, wie wir künftig noch besser unserer sozialen und ökologischen Verantwortung nachkommen können.“ Georg Willeit stellt klar: „Wer, wenn nicht die Lebenshilfe Tirol als große soziale Organisation, muss sich das Gemeinwohl zu Herzen nehmen? Wir hätten langfristig ein Problem, wenn wir uns nicht mit Werten wie Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz auf den verschiedenen Ebenen – Klient/innen, Mitarbeiter/innen, Lieferant/innen und Geldgeber – auseinandersetzen würden. Das ist unser Auftrag als beherzte Wegbegleiterin von Menschen mit Behinderungen und in diese Richtung wollen wir uns weiterentwickeln“.
Gemeinwohlbilanz zeichnet die Lebenshilfe aus
Die Bewertung der externen Auditor/innen fiel durchaus positiv aus. Die Lebenshilfe Tirol erhielt auf auf Anhieb 312 Punkte. Insgesamt geht die Skala von -3600 bis 1000 Punkte. In vielen Bereichen erhielt die Organisation Anerkennung, „die Lebenshilfe Tirol ist auf einem sehr guten Weg“, lobt einer der Auditor/innen. Die Gemeinwohlbilanz zeigt aber auch auf, wo noch Handlungsbedarf ist. Das Audit kann alle zwei Jahre durchgeführt werden.